Mikrofonie von elektronischen Bauteilen
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Bauelemente
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Mikrofonie-Unterschiede von Bauteilen selbst ermitteln
Die Mikrofonie von Bauteilen ist von nicht unerheblichem Einfluss auf den Klang. Schalldruckwellen, die auf ein Bauteil, z.B. Widerstand, Kondensator, Spule, Transistor, Röhren, usw. treffen, verursachen mechanische Vibrationen, die wiederum den durchfließenden Strom leicht verändern können.
Viele Hersteller sprechen von einer Mikrofoniearmut ihrer Audio-Bauteile.
Doch wie kann man das auch nur annähernd selbst überprüfen?

Dazu gibt es eine ganz einfache Methode, mit der jeder selbst die Mikrofonie-Empfindlichkeit von Audio-Bauteilen einschätzen und miteinander vergleichen kann.

Dazu benötigt man nur eine gute Audio-Endstufe und einen Tongenerator. Wenn dieser nicht zur Verfügung steht, so tut es auch eine Musikquelle (CD-Player), solange man immer wieder den gleichen Pegel wiederholen kann.

Man geht einfach davon aus, dass der Mikrofonie-Effekt in beiden Richtungen funktioniert.
(Siehe Zeitschrift "HOBBY-HIFI" Ausgaben 3/2000, 4/2000, 5/2000, 2/2001)
Wenn also der auftreffende Schalldruck auf ein Bauteil den Stromfluss verändert, so kann man auch durch Stromfluss Schall erzeugen.

Schließt man an eine Endstufe statt des Lautsprechers einen Kondensator an, so ertönt aus dem Kondensator Musik.
Allerdings sollte die Endstufe für solche Tests sehr stabil für kapazitive und andere Lasten sein, wie z.B. unsere AccuSound; diese verträgt als Last klaglos einen 100µF-Kondensator und das bei einer Aussteuerung von +/-50V !! Wer sich nicht sicher ist, kann einen 2-4 Ohm Widerstand (5-10Watt) in Reihe zum Testobjekt schalten und den Test nur einige Sekunden durchführen.
Der Testvorgang
Der Test ermöglicht eine ungefähre Beurteilung, da mit dem Ohr "gemessen" wird.
Allerdings können durch diesen einfachen Test manchmal überraschend große Unterschiede zwischen Bauteilen verschiedener Hersteller festgestellt werden.
Es gilt folgendes zu beachten:
1. Wenn z.B. ein Kondensator mit anderen verglichen werden soll, so müssen alle Kondensatoren den gleichen Wert aufweisen. Das gilt auch für alle anderen Bauteilearten untereinander.
2. Der vom Verstärker wiedergegebene Sinuston (oder Musiksignal) muss bei allen Messungen immer gleichen Pegel aufweisen.
3. Das zu messende Bauteil muss evtl. eine größere Entfernung zur Endstufe haben, da eben wegen des Mikrofonie-Effektes auch Bauteile in der Endstufe (z.B. Endtransistoren) evtl. Schall abstrahlen können und somit das "gehörte" Ergebnis verfälschen.

Im Prinzip können auf diese Art viele verschiedene Bauteile, wie Kondensatoren, Spule, Widerstände grob gemessen werden.
Doch ist immer Vorsicht geboten
Es dürfen keine gepolten Bauteile, wie Elkos, Dioden, oä. angeschlossen werden.
Auch die Spannungsfestigkeit der Bauteile ist zu beachten.


Noch ein interessanter TIP.
Klemmen Sie mal die Chassis Ihrer Lautsprecherbox ab und ersetzen diese durch entsprechende Lastwiderstände. Dann hören Sie die Musik mehr oder weniger (je nach mikrofonieempfindlichkeit der Bauteile) aus den Frequenzweichenbauteilen.

Alle diese Tests und Tips zeigen, dass es klanglich von großer Bedeutung sein kann, alle Bauteile vor direkt auftreffendem Schalldruck möglichst gut zu schützen.