Passive Vorstufen  -  Aufbaubeispiele
T.Hartwig-ELektronik
Blumenweg 3a,  D-34355 Staufenberg
Tel. 05543 - 3317, Fax 05543 - 4266
Mo-Do 10.00-12.00 + 14.00-16.00 Uhr
Ust. ID. Nr.: (VAT) DE 115268023
< zur Startseite
Gesamtübersicht
Bauelemente
Gesamtübersicht
Audiomodule
Testberichte
Passiv-Vorstufe
Passive Vorstufen
Puristische Ausführungen reduziert auf das Minimum
Fotos zeigen Aufbaubeispiele. Wir liefern keine Fertiggeräte
.
Links zu den benötigten Bauteilen >
Gehäuse u. Zubehör
Potis
Schalter
abgeschirmtes Kabel

.
Eine Frage taucht immer wieder zu Recht auf:

Wozu braucht man einen aktiven Vorverstärker, wenn der Signalpegel eines CD-Players ausreicht, um eine Endstufe genügend auszusteuern?

Die Antwort kann nicht pauschal gegeben werden. Einige Faktoren sind für die Entscheidung zu berücksichtigen.

Der größte klangliche Vorteil einer passiven "Vorstufe" besteht im Einschwingverhalten, eine der wichtigsten Vorraussetzungen für die natürliche Musikwiedergabe.
Eine Veränderung der Einschwingvorgänge wird hauptsächlich durch Gegenkopplungen und begrenzte Anstiegszeiten von aktiven Stufen hervorgerufen. Somit können auch Signalanhebungen durch hochwertige Übertrager (bis 100kHz) besser klingen, als eine aktive Signalanhebung, obwohl Übetrager oft einen Klirrfaktor um die 1% aufweisen (Einschwingzeit des Gehörs ca. 10µs)
Die Klangqualität einer passiven Anordnung kann aber auch von der Kabellänge und -kapazität zwischen Passivvorstufe und Endstufe abhängig sein. Da das Poti einen höheren Quellwiderstand als die Ausgangsstufe einer Signalquelle (CD-Player) besitzt, bildet das Poti zusammen mit dem nachfolgenden Kabel in einigen Fällen einen nicht zu vernachlässigenden  "Tiefpass". Dieser Tiefpass hat eine berechenbare obere Eckfrequenz: 1 / (2p  x  R  x  C).

Größerer Einfluss der Kabelkapazität
Bei einem 10 kOhm-Poti beträgt der max. Quellwiderstand 2,5 kOhm in der -6dB-Stellung, (ca. 15.00 Uhr-Stellung - 5kOhm/5kOhm). Wenn man dazu eine durchschnittliche Kabelkapazität von 100pF/m einsetzt, entsteht bei einem Meter Cinchkabel ein Tiefpass von 630kHz (-3dB Punkt). Die Absenkung - und somit auch die Phasendrehung - beginnt aber genaugenommen zwei Oktaven früher (315kHz ca. -0,5dB; 160kHz = 0dB).
Bei einem 10klog-Poti beträgt in der -20dB-Stellung (ca. 12.00 Uhr-Stellung) der Quellwiderstand 900Ohm (0dB=360kHz), in der -40dB-Stellung (ca. 9.00 Uhr-Stellung) nur 100Ohm(0dB=3,2MHz). Bei max. aufgedrehter Lautstärke wirkt der niedrige Quellwiderstand der Signalquelle.
Somit kann man sagen, dass die differenzielle Phasenlage aller Audiofrequenzen beim obigen Beispiel so gut wie unberührt bleibt.
Bei größeren Kabellängen oder -kapazitäten sinkt die Eckfrequenz proportional, so dass man davon ausgehen kann, dass ab einer Länge von über 10m (bei 100pF/m) eventuell die Klangeinbußen beginnen (aber nur in der -6dB-Stellung) und ein aktiver Vorverstärker dann in jedem Falle von Vorteil wäre.
Das ist aber alles nur Mathematik. In der Praxis zeigt es sich jedoch, dass der Klang-Einfluss des Kabels mit dem Quellwiderstand des Signals steigt (positiv oder negativ), auch wenn die Mathematik stimmt. Deshalb kann es sein, dass man mit Kabeln experimentieren muss.

Noch ein weiterer Faktor ist zu berücksichtigen: Der Pegel einer Signalquelle reicht oft nicht aus, um eine Endstufe ohne aktive Vorstufe in jedem Falle voll auszusteuern. Es sei denn, man kann Endstufen auf einen erhöhten Verstärkungsfaktor einstellen (eventuell Rauschanstieg), oder man verwendet einen passiven sehr guten Übertrager.
Ansonsten steht dem Bau einer passiven Vorstufe nichts im Wege.

.

Aufbaubeispiele Passiv-Vorstufen mit Leitplastikpotis
Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie mit unserem System eine Passive Vorstufe
genau nach Ihren individuellen Vorstellungen aufbauen können

Puristischer Aufbau mit dem Superleitplastikpoti 2CP2500 und Eingangswahl RSL
Puristisischer Aufbau für drei Cinch-Eingänge. Die meistgebaute Version mit unseren Komponenten
Das Gehäuse ist zusätzlich mit einer Bitumenplatte ausgeklebt, um Gehäuseresonanzen zu verringern.
Das abgebildete Gehäuse ist nicht im Lieferprogramm. Wir empfehlen das GHX 31-18-07 oder größer.
Sollte ein Holz- oder anderes nichtleitendes Gehäuse verwendet werden, so müssen die Metallteile der Poti- und Schaltergehäuse separat mit Signalmasse verbunden werden, umBrummprobleme zu vermeiden.
Eine ähnliche Anordnung mit dem Leitplastikpoti 2CP2500 ist in der Zeitschrift Stereoplay 7/2005 mit hervorragendem Ergebnis getestet worden.
 
Schaltskizze


Weniger geht nicht
Puristischer Aufbau einer symmetrischen passiven Vorstufe ohne Eingangswahl.
Absolut ausreichend, wenn nur eine Signalquelle vorhanden ist.

4-fach Leitplastik-Poti für symmetrische Signalführung 4CP2500 10klog.
Bei diesem Gehäusebeispiel wäre an der Rückwand noch Platz für zwei weitere XLR-Buchsen, um durch Hinzufügen eines Wahlschalters z.B. RSL-8x3 einen zweiten oder dritten Stereo-Eingang zu erhalten.
Als Verkabelung kann unsere Silberlitze TL-25 verwendet werden, wobei Innenleiter und Masse miteinander verdrillt werden, oder das geschirmte Kabel Bluecord-100 silver.
Ein Anschluss des Gehäuses an die Signalmasse ist hier nicht nötig, da diese Verbindung beim Einstecken über das XLR-Stecker-Gehäuse hergestellt wird.
Man kann auch einen zusätzlichen Cinch Ein- und Ausgnag vorsehen.
Das abgebildete Gehäuse ist nicht im Lieferprogramm. Wir empfehlen das GHX 31-18-07 oder größer.
 
Schaltskizze XLR

.


Aufbaubeispiel ca. 850 Euro
Passiv-Vorstufe, aufgebaut mit unserem 64-Stufenpoti
2 x 64-HD, 1 x AD-08, 2 x Übertrager (nicht im Programm), 4-Kanal-Eingangswahl, 1 x Umschalter, Gehäuse GHX 31-18-07
Dieser Aufbau stellt den Grenzfall dar. Das klangliche Niveau ist ganz oben angesiedelt und hat das Zeug für eine Weltreferenz. Man hat das Gefühl, dass sich absolut gar nichts mehr im Signalweg befindet - so als wäre gerade Bahn gemacht worden für das letzte steckengebliebene Detail. Daher lässt sich der Klang nur mit den einfachen Worten beschreiben: Sie fügt nichts hinzu - sie lässt nichts weg - sie ist gar nicht da. 

siehe auch: Teilecheckliste für Geräte